Lehrangebot im Fachbereich Mittelalter

Diese Auflistung beinhaltet zur Zeit das mediävistische Lehrangebot lediglich des Historischen Seminars.

Vorlesungen

HS 2013

Geschichte des Papsttums im Mittelalter, I. Das Papsttum in der Spätantike und im Frühmittelalter

Vorlesung
Mittwoch, 14:00-15:45 Uhr
KOL-F-104

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Sebastian Scholz

Inhalt

Die zweisemestrige Vorlesung behandelt die Entstehung und Etablierung der „Institution" Papsttum indem sie einen Überblick über die Geschichte der Päpste vom 4. bis zum 12. Jahrhundert gibt. Im ersten Teil, der die Zeit vom 4. bis zum 8. Jahrhundert umfasst, wird vor allem die Entstehung des päpstlichen Primatsanspruchs, die Auseinandersetzung der Päpste mit den theokratischen Vorstellungen der römischen Kaiser, aber auch die Organisation und Versorgung der römischen Kirche vorgestellt werden.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Caspar, Erich, Geschichte des Papsttums, 2 Bde., Tübingen 1930/1933. -- Klaus Herbers, Geschichte des Papsttums im Mittelalter, Darmstadt 2012.

Kulturgeschichte der Ernährung im Mittelalter

Vorlesung
Montag, 16:15-18:00 Uhr
KO2-F-150

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Dorothee Rippmann Tauber

Inhalt

Nahrungsbeschaffung und – zubereitung gehören zu den wichtigsten Kulturtechniken jeder Gesellschaft. Der Rhythmus der Mahlzeiten strukturiert den Alltag, Mahlzeiten heben den Festtag als Abwechslung vom Alltäglichen heraus, sie dienen den gesellschaftlichen Eliten zur Repräsentation und zur Eigendefinition. Anhand von Nahrungsgewohnheiten und –präferenzen lassen sich Merkmale historischer Gesellschaften analysieren, weil Lebensmittel und Gerichte Zeichencharakter haben und die Sprache des Essens (Montanari) Codes für gesellschaftliche Wahrnehmung, Werthaltungen, soziale Hierarchien und Gruppenidentität bereithält. Themen der Vorlesung sind das Sozialprofil einiger Konsumententypen (Fürsten; Adel; Kaufleute; Arme und Hospitalinsassen; städtische und ländliche Arbeitskräfte), verschiedene Ernährungsstile; Essen als kultureller Code am Beispiel der monastischen Essgewohnheiten und des grössten Fürstenhofs im Abendland, des päpstlichen Hofs in Avignon; Normen der Ernährung wie u.a. die liturgischen Abstinenz- und Fastenregeln; der medizinisch-diätetische Diskurs über Ernährung im Spiegel von Gesundheitslehren; Nahrungstabus; Einstellungswandel gegenüber den kirchlichen Nahrungsvorschriften in der Reformationszeit (Zwingli, Erasmus), die Frage kultureller Kontinuitäten nach der Reformation.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Audoin-Rouzeau, Frédérique /Françoise Sabban (Hg.), Un aliment sain dans un corps sain. Perspectives Historiques, 2007. -- Bennett, Judith M., Ale, Beer, and Brewsters in England. Women’s Work in a Changing World, 1300–1600, 1996. -- Krug-Richter, Barbara, Zwischen Fasten und Festmahl. Hospitalverpflegung in Münster 1540–1650, 1994. -- Montanari, Massimo, Der Hunger und der Überfluss. Kulturgeschichte der Ernährung in Europa, 1993. -- Laurioux, Bruno, Tafelfreuden im Mittelalter: Kulturgeschichte des Essens und Trinkens in Bildern und Dokumenten, 1992. -- Rippmann, Dorothee, Der Körper im Gleichgewicht. Ernährung und Gesundheit im Mittelalter, in: Medium Aevum Quotidianum 52, 2005. -- Scully, Terence, The Art of Cookery in the Middle Ages, 1995. -- Weiss, Stefan, Die Versorgung des päpstlichen Hofes in Avignon mit Lebensmitteln (1316-1378), 2002.

Vorlesung für Studierende der PHZH (GS S420): Geschichte des Mittelalters

Vorlesung
Dienstag, 14:00-15:45 Uhr
KOL-H-317

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Julian Führer

Seminare

HS 2013

Analysen mittelalterlicher Testamente aus ländlichen Gebieten

Seminar
Freitag, 12:15-15:45 Uhr, alle 14 Tage
FRE-D-15

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Paolo Ostinelli

Inhalt

Im Forschungsseminar wird ein kleines Corpus von Testamenten aus dem Spätmittelalter gemeinsam analysiert. Dabei wird sich die Teilnehmendengruppen mit Fragen der Editorik sowie auch der historiographischen Auswertung befassen.

Boten und Gesandte im Mittelalter. Konzeptionen von Kommunikation und Delegation

Seminar
Mittwoch, 10:15-12:00 Uhr
SOE-F-12

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Claudia Zey

Inhalt

Zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation über längere Distanzen sowie zur flächendeckenden Ausübung von Herrschaft bedurfte es in vormoderner Zeit einzelner Personen, die als Überbringer von Nachrichten, als Ausführende von Anweisungen oder als bevollmächtigte Entscheidungsträger fungierten. Im Seminar sollen zunächst theoretische Konzepte zu Kommunikation und Delegation erarbeitet werden, die dann anhand einschlägiger Quellen bezogen auf die Entwicklung des Gesandtschaftswesens im kirchlichen und weltlichen Bereich sowie die strukturellen Gegebenheiten zur Ausübung von Herrschaftsrechten durch Bevollmächtigte untersucht werden.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Kommunikation im Spätmittelalter : Spielarten - Wahrnehmungen – Deutungen, hg. von Romy Günthart, Michael Jucker, 2005. -- Gesandtschafts- und Botenwesen im spätmittelalterlichen Europa, hg. von Rainer C. Schwinges – Klaus Wriedt, 2003. -- Gespräche, Boten, Briefe : Körpergedächtnis und Schriftgedächtnis im Mittelalter, hg. von Horst Wenzel, 1997.

Frauen und Männer im Mittelalter. Konzeptionen von Herrschaft und Gesellschaft

Seminar
Dienstag, 16:15-18:00 Uhr
SOE-F-7

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Claudia Zey

Inhalt

Die interdisziplinär angelegte, noch junge Geschlechtergeschichte fragt nach den historischen Ausformungen und der Veränderlichkeit von Weiblichkeit und Männlichkeit sowie nach dem Verhältnis der Geschlechter zueinander. Im Zentrum steht dabei die kulturelle Zuschreibung von Geschlechterrollen und die Untersuchung von Geschlechterbeziehungen, wobei die Kategorie „Geschlecht" der historischen Analyse konsequent als Prisma dient. Durch die gemeinsame Lektüre ausgewählter Forschungsbeiträge soll zunächst Einblicke in die epochenübergreifenden Theorien, Methoden und Inhalte der Geschlechtergeschichte erarbeitet werden. Anhand mittelalterlicher Quellen sollen diese Ansätze dann exemplarisch erprobt werden. Dabei geht es in erster Linie um die Ausprägungen weiblicher und männlicher Herrschaft im Mittelalter.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Cordula Nolte, Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters, 2011. -- Claudia Opitz-Belakhal, Geschlechtergeschichte, 2010.

Hexenverfolgung im Mittelalter

Seminar
Donnerstag, 14:00-15:45 Uhr
KOL-H-321

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Dorothee Rippmann Tauber

Inhalt

Seit den 1420er Jahren fanden im Alpenraum (Grenzraum I – F – CH) die ersten Verfolgungen von Frauen und Männern statt. Sie wurden von weltlichen und geistlichen Obrigkeiten des Schadenzaubers und auch des angeblichen Verbrechens des Maleficium beschuldigt: Teufelsbund und Abfall von Gott. Wie es zum neuen „Hexenbild" – einem künstlichen Konstrukt - und den auf dem Prinzip des Inquisitionsverfahrens beruhenden Prozessen kommen konnte, hat die neuere Forschung (v.a. Universität Lausanne) untersucht. So entwickelte sich das neue klerikale Hexenkonzept – im Prinzip ein Hirngespinst – aus der Häresiebekämpfung. Beschuldigungen von Leuten seitens ihrer Nachbarn führten jeweils dann zur Verderbnis, wenn die lokalen Machthaber im Zusammenhang mit der Ausbildung bzw. Festigung von Landesherrschaft ein aktives politisches Interesse an der Durchführung von Prozessen und der öffentlichwirksamen Urteilsvollstreckung besassen. Im Seminar befassen wir uns mit der neuesten Forschung und mit der Lektüre von Prozessakten und dämonologischen Schriften. Wir verfolgen den direkten Zusammenhang schweizerischer Hexenprozesse mit der ersten Verfolgungswelle in Deutschland (Heidelberg).

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Andenmatten, B./Utz Tremp, Kathrin, De l'hérésie à la sorcellerie. L'inquisiteur Ulric de Torrenté OP (vers 1420–1445) et l'affermissement de l'inquisition en Suisse romande, in: ZSKG 86 (1992), S. 69–119. -- Blauert, A., Frühe Hexenverfolgungen. Ketzer-, Zauberei- und Hexenprozesse des 15. Jahrhunderts 1989. -- Ders. (Hg.), Ketzer, Zauberer und Hexen. Die Anfänge der europäischen Hexenverfolgungen, 1990 . -- Labouvie, Eva, Männer im Hexenprozess: zur Sozialanthropologie eines „männlichen" Verständnisses von Magie und Hexerei, in: GG 16 (1990)/1, S. 56–78. -- Levack, B. P., Hexenjagd. Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa, 1995. -- Ostorero, Martine et al. (Hg.), Chasses aux sorcières et démonologie: entre discours et pratiques, 2010. -- Dies./Agostino Paravicini Bagliani/Kathrin Utz Tremp (Hg.): L’imaginaire du sabbat. Edition critique des textes les plus anciens (1430 c – 1440 c.), 1999. -- Schmidt, J., Glaube und Skepsis. Die Kurpfalz und die abendländische Hexenverfolgung 1446–1685, 2000.

Proseminar 1 (Gruppe 01): Kulturgeschichte der Seuchen

Seminar
Montag, 14:00-15:45 Uhr
KO2-F-155

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Juliane Schiel

Inhalt

Erläuternde Angaben zu den mit diesem Modul verknüpften Veranstaltungen finden sich unter http://www.hist.uzh.ch/lehreundstudium/lehrangebot/hs2013/kbs.html

Proseminar 2 (Gruppe 03): Macht auf leisen Sohlen: Wissenschaft und Sport als Herrschaftstechniken

Seminar
Mittwoch, 12:15-13:45 Uhr
KO2-F-155

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Sophie Caflisch

Inhalt

Erläuternde Angaben zu den mit diesem Modul verknüpften Veranstaltungen finden sich unter http://www.hist.uzh.ch/lehreundstudium/lehrangebot/hs2013/kbs.html

Proseminar 2 (Gruppe 06): Der verletzliche Mensch - Geschichte der Armenfürsorge und Krankenpflege

Seminar
Donnerstag, 12:15-13:45 Uhr
KO2-F-155

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Philip Zimmermann

Inhalt

Erläuternde Angaben zu den mit diesem Modul verknüpften Veranstaltungen finden sich unter http://www.hist.uzh.ch/lehreundstudium/lehrangebot/hs2013/kbs.html

Rechtstexte in der Nahsicht. Urkundenlehre für die Dokumente des 8. und 9. Jahrhunderts

Seminar
Donnerstag, 14:00-15:45 Uhr
GLT-A-03

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Gerald Schwedler

Inhalt

Wie hält man ein derart polyethnisches und multilinguales Imperium zusammen, wie das Karolingerreich? Wie erzeugt man Grundkonsens unter einer pluralen, inhomogenen und hierarchisch gegliederten Bevölkerung? Im Seminar sollen gesellschaftsverändernde Antriebe und Ursachen aus eher sachlichen Texten erschlossen werden, den Urkunden. Auf dieser breiten Basis erscheinen einerseits die Besonderheiten der Textsorte „Urkunde" klarer und andererseits sind rechtliche und soziale Vorstellungen gewissermaßen von „unten her" greifbar. Ein möglicher Abschluss des Kurses ist eine Exkursion in die Archives Départementales in Colmar.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Wilfried Hartmann, Karl der Grosse, Stuttgart 2010. -- Rosamund McKitterick, Karl der Große, Darmstadt 2008. -- Philippe Depreux, Charlemagne et la dynastie carolingienne, Paris 2007. Weitere Literatur wird im Kurs bekanntgegeben.

Seminar zur Vorlesung Geschichte des Papsttums im MA, Teil I

Seminar
Donnerstag, 16:15-18:00 Uhr, ab 26.09
KO2-F-172

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Sebastian Scholz

Inhalt

Heute ist der Papst unbestritten das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Mit welchen Mitteln und durch welche Umstände konnte der Bischof von Rom diese Position erlangen? Das Seminar soll zum Verständnis der „Institution" Papsttum beitragen, indem es sich mit der Entstehung und Verfestigung der Vorrangstellung der Päpste, dem päpstlichen Primat, befasst. Wie kam es dazu, dass die Päpste den Primat beanspruchten und wie haben sie diesen Führungsanspruch argumentativ untermauert? Welche politischen Umstände haben die Entwicklung des Papsttums geprägt? Zudem soll untersucht werden, durch welche Medien die Päpste ihren Anspruch öffentlich bekannt machten.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Caspar, Erich, Geschichte des Papsttums, 2 Bde., Tübingen 1930/1933. -- Wojtowytsch, Myron, Papsttum und Konzile von den Anfängen bis zu Leo I. (440–461) (Päpste und Papsttum 17) Stuttgart 1981. -- Klaus Herbers, Geschichte des Papsttums im Mittelalter, Darmstadt 2012.

Städtische Geschichtsschreibung

Seminar
Mittwoch, 16:15-18:00 Uhr
SOE-F-2

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Martina Stercken

Inhalt

Die Vermittlung städtischer Geschichte im späten Mittelalter steht im Zentrum des Seminars. Aufgegriffen wird damit ein Thema, das vor allem mit Überlegungen zu Erinnerungskultur und Identitätsbildung Aufmerksamkeit erfahren hat. Über Entstehungskontexte, Typen und Funktionen von Historiographie hinaus, sollen insbesondere Formen, Praktiken und Situationen akzentuiert werden, in denen städtische Vergangenheit vermittelt wurde. Instrumentalisierungen und Vermarktungen von Geschichte interessieren ebenso wie schriftliche und bildliche Verfahren, mit denen Chroniken, Inschriften, Bilder, Lieder etc. Geschichtlichkeit herstellen.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Peter Johanek (Hg.), Städtische Geschichtsschreibung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (Städteforschung A/47), Köln 2000. -- Schmid, Regula, Geschichte im Dienst der Stadt. Amtliche Historie und Politik im Spätmittelalter, Zürich 2009. -- Susanne Rau, Birgit Studt (Hg.), Geschichte schreiben. Ein Quellen- und Studienbuch zur Historiographie (ca. 1350-1750), München 2009.

Wirtschaft und Gesellschaft in Mittelalter und Früher Neuzeit im heutigen Thurgau

Seminar
Mittwoch, 14:00-18:00 Uhr, alle 14 Tage
Raum wird noch bekanntgegeben

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Stefan Sonderegger

Inhalt

Das Staatsarchiv Thurgau in Frauenfeld (www.staatsarchiv.tg.ch) bewahrt und sichert einmalige Bestände ehemaliger Grundherrschaften. Die darin enthaltenen Schrift- und Bildquellen (u.a. Urkunden, Urbare, Zinsbücher) geben Einblick in die mittelalterliche und frühneuzeitliche Lebenswelt. Unterstützt von Mitarbeitenden des Staatsarchivs werden wir gemeinsam noch kaum bekannte Quellen aus diesen Beständen lesen, interpretieren und auswerten. Im Zentrum des Interesses stehen aktuelle Forschungsfragen zur ländlichen Gesellschaft der Ostschweiz. Das Seminar bietet zudem die Möglichkeit, vor Ort die Aufgaben, den Betrieb und die Organisation eines Staatsarchivs kennen zu lernen.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: www.adfontes.uzh.ch. -- Erni, Peter: Geschriebene Landschaft: der Wandel von Kulturlandschaft und Güterstruktur in Basadingen nach dem Schriftgut des Klosters St. Katharinental (14.–18. Jh.), Frauenfeld 2000 (Thurgauer Beiträge zur Geschichte 137). -- Meier, Thomas/Sablonier, Roger (Hg.): Wirtschaft und Herrschaft. Beiträge zur ländlichen Gesellschaft in der östlichen Schweiz (1200–1800), Zürich 1999.

Kolloquien

HS 2013

Die Region Innerschweiz in der Vormoderne

Kolloquium
Montag, 14:00-15:45 Uhr
SOE-E-1

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Thomas Meier

Inhalt

Der Begriff der Innerschweiz ist wie jener der Romandie neueren Datums und ohne das Gesamtgebilde Schweiz nicht denkbar. Die heute meist als Zentralschweiz bezeichnete Region um den Vierwaldstättersee wurde aber schon lange vor 1800 als Einheit wahrgenommen, wenn auch stets als eine vielgestaltige. Ausdruck davon sind etwa die historischen Bezeichnungen «Waldstätte» oder «Fünf Orte». Im Kolloquium stehen aber nicht Begriffe oder gar die Frage nach dem «Kern» der heutigen Schweiz zur Debatte, sondern vielmehr politische, soziale, ökonomische und kulturelle Phänomene, Strukturen, Praktiken und Entwicklungen in den ehemaligen Länder- und Städteorten Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern und Zug in der Vormoderne. Dies geschieht unter Stichworten wie Stadt und Land, Innen und Aussen, Innovation und Kredit, Krieg und Solddienst, Integration und Ausschluss, Oben und Unten, Regiment und Klientelen, Pfarrei und Frömmigkeit.

LizenziandInnen- / Master- / Doktorierendenkolloquium (Höfert/Rippmann/Sandl)

Kolloquium
Donnerstag, 16:16-18:00 Uhr, ab 03.10
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Almut Höfert, Marcus Sandl, Dorothee Rippmann Tauber

Lizenziats- / Master- / Doktoratskolloquium (Scholz/Stercken/Zey)

Kolloquium
Dienstag, 18:15-20:00 Uhr, alle 14 Tage, ab 01.10
KOL-G-220

Vorlesungsverzeichnis

Dozierende

Claudia Zey, Sebastian Scholz, Martina Stercken

Musik in der mittelalterlichen Welt – eine Spurensuche

Kolloquium
Mittwoch, 14:00-15:45 Uhr
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Claudia Zey

Inhalt

Angesichts der heutigen Allgegenwärtigkeit von Musik im öffentlichen und privaten Raum drängt sich die Frage nach der Bedeutung dieser Kunstform in vormoderner Zeit auf, als es noch keine Reproduktionsmöglichkeit gab, Musik also nur im Kontext einer Aufführung bzw. durch Eigenproduktion gehört und erlebt werden konnte. Während Musik im religiös-kirchlichen Kontext durch liturgische Vorschriften fest verankert war, ist deren Platz im weltlichen Kontext stärker gelegenheitsabhängig und daher kaum eindeutig bestimmbar. An diesem Punkt soll im Kolloquium angesetzt und anhand vornehmlich historiografischer Quellen nach Musik und deren Bedeutung in der mittelalterlichen Welt gesucht werden.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Achim Diehr, Literatur und Musik im Mittelalter. Eine Einführung, 2004. -- Wolfgang Hartung, Die Spielleute im Mittelalter. Gaukler, Dichter, Musikanten, 2003.

Schreibwerkstatt für Doktorierende (Allgemeines Doktorat und Doktoratsprogramm 30)

Kolloquium
Mittwoch, 10:15-12:00 Uhr, alle 14 Tage
SOE-F-11

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Juliane Schiel, Frank Schubert

Inhalt

Diese Veranstaltung ist nicht als „klassische Schreibübung" geplant, sondern als Schreibwerkstatt für Doktorierende, die sich an den konkreten Interessen und Erwartungen der TeilnehmerInnen orientiert. Ziel soll es sein, Lösungswege für Probleme beim Aufbau und beim Verfassen einer Dissertation und anderer wissenschaftlicher Texte zu diskutieren. Mögliche Themen können sein: die Erarbeitung einer Gliederung, die nachvollziehbare Darstellung komplexer Zusammenhänge in einem wissenschaftlichen Text, die Überwindung von Schreibblockaden aber auch Fragen nach einem angemessenen Schreibstil, der sowohl die Konventionen wissenschaftlichen Schreibens berücksichtigt als auch Raum für Individualität lässt.

Unterrichtsmaterialien

Anfang September finden sich nähere Hinweise im entsprechenden OLAT- Kurs.

Texte zum Essen. Kulturgeschichte der Ernährung im Mittelalter

Kolloquium
Mittwoch, 10:15-12:00 Uhr
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Sebastian Scholz, Dorothee Rippmann Tauber

Inhalt

Das Kolloquium ist als Ergänzung zur Vorlesung "Kulturgeschichte der Ernährung im Mittelalter" konzipiert. Es kann aber auch alleine gebucht werden. Zur Quellenarbeit: Gelesen und übersetzt werden edierte lateinische und volkssprachliche Quellen sowie unedierte Quellen aus Archiven. Zur Literaturarbeit: Lektüre einschlägiger Artikel zu den besprochenen Themen. Nahrungsbeschaffung und – zubereitung gehören zu den wichtigsten Kulturtechniken jeder Gesellschaft. Der Rhythmus der Mahlzeiten strukturiert den Alltag, Mahlzeiten heben den Festtag als Abwechslung vom Alltäglichen heraus, sie dienen den gesellschaftlichen Eliten zur Repräsentation und zur Eigendefinition. Anhand von Nahrungsgewohnheiten und –präferenzen lassen sich Merkmale historischer Gesellschaften analysieren, weil Lebensmittel und Gerichte Zeichencharakter haben und die Sprache des Essens (Montanari) Codes für gesellschaftliche Wahrnehmung, Werthaltungen, soziale Hierarchien und Gruppenidentität bereithält. Themen den Kolloquiums sind das Sozialprofil einiger Konsumententypen (Fürsten; Adel; Kaufleute; Arme und Hospitalinsassen; städtische und ländliche Arbeitskräfte), verschiedene Ernährungsstile; Essen als kultureller Code am Beispiel der monastischen Essgewohnheiten und des grössten Fürstenhofs im Abendland, des päpstlichen Hofs in Avignon; Normen der Ernährung wie u.a. die liturgischen Abstinenz- und Fastenregeln; der medizinisch-diätetische Diskurs über Ernährung im Spiegel von Gesundheitslehren; Nahrungstabus; Einstellungswandel gegenüber den kirchlichen Nahrungsvorschriften in der Reformationszeit (Zwingli, Erasmus), die Frage kultureller Kontinuitäten nach der Reformation.

Unterrichtsmaterialien

Literaturhinweise: Flandrin, Jean-Louis/Massimo Montanari. (Hg.), Histoire de l’alimentation, Paris 1996. -- Laurioux, Bruno, Tafelfreuden im Mittelalter: Kulturgeschichte des Essens und Trinkens in Bildern und Dokumenten, 1992. -- Rippmann, Dorothee, Der Körper im Gleichgewicht. Ernährung und Gesundheit im Mittelalter, in: Medium Aevum Quotidianum 52 , 2005, 20–45. -- Scully, Terence, The Art of Cookery in the Middle Ages , 1995. -- Wierlacher, Alois et al. (Hg.), Kulturthema Essen. Ansichten und Problemfelder, 1993. -- Burnett, Charles, Sapores sunt octo: The Medieval Latin Terminology for the Eight Flavours. In: I cinque sensi / The Five Senses (Micrologus. Natura, scienze e società medievali, 10), Florenz 2002, S. 99-112.

Zentrales Kolloquium des Doktoratsprogramms Geschichte

Kolloquium
Dienstag, 08.10, 12.11, 17.12, jeweils 16:15-18:00 Uhr
KO2-F-153

Vorlesungsverzeichnis OLAT-Kurs

Dozierende

Anne Kolb, Francisca Loetz, Christian Marek, Svenja Goltermann, Sebastian Scholz, Sven Trakulhun